Ich bin kein Beziehungsexperte, aber gerade deshalb ist und war es mir immer wichtig, mich zu informieren, wie ich mich in meinem Umfeld besser bewegen kann. In der Zielsetzung sind wir fast alle gleich: Wir möchten einfach nur glücklich sein! Und fragt man die Menschen, was ihnen dabei am wichtigsten ist, so werden zumeist Familie, Beziehung und Freunde genannt. Also geht der Weg zum glücklich sein nur über diese Faktoren und ich kann für mich sagen, dass ich diese definitiv brauche in meinem Leben und auch bereit bin, dafür etwas zu tun.

Das Soziale Umfeld

Leider haben viele ADHSler Schwierigkeiten in ihrem sozialen Umfeld und fühlen sich oft missverstanden. Wie gehe ich richtig mit meinen Freunden um? Wie mit meinen Liebsten? Und wie knüpfe ich überhaupt neue Freundschaften?

Dies führt häufig dazu, dass Betroffene außerhalb der Familie kaum freundschaftliche Beziehungen haben. Die Familie weiß zumeist schon besser mit dem Verhalten umzugehen und dieses entsprechend richtig einzuordnen, aber selbst diese wird oft auf eine harte Probe gestellt. Aber ein harmonisches Familienleben ist möglich, wenn es gelingt, einen Partner zu finden, der einem in zurückhaltender Weise den Weg weist und einen sozusagen „coacht“. Hat der Partner aber grundsätzlich auch Probleme, das Alltagsleben zu meistern, wird es meistens sehr schwierig.

Soziale Stärken von ADHSlern

Bei all diesen Herausforderungen sollten wir aber nicht vergessen, welche sozialen Stärken gerade ADHSler oft auszeichnen. Wenn es gelingt, diese stärker in den Vordergrund zu setzen und entsprechend zu nutzen, werden einen viele auch in einem ganz anderen Licht sehen. Denn ADHSler

  • sind offen
  • sind mitfühlend, empathisch und hilfsbereit
  • zeigen eine vermehrte Treue in der Partnerschaft
  • besitzen eine hohe Loyalität Freunden gegenüber
  • sind sehr sensibel (sie hören manchmal sogar „das Gras wachsen“)
  • haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ein Herz für Außenseiter
  • verhalten sich sehr fair
  • sind nicht nachtragend
  • etc.

Offen kommunizieren

D.h. eigentlich sind gerade ADHSler immer gut „zum Pferde stehlen“ und nahezu ideale Freunde und Partner, wenn da nicht die Herausforderungen im Alltag und teilweise auch Stimmungsschwankungen, impulsives Verhalten etc. wären. Da diese das Umfeld des Öfteren auf eine harte Probe stellen, ist es wichtig, dieses offen zu kommunizieren. Wie sagt man so schön „Kommunikation ist alles“ und das gilt auch für alle Menschen, ist gerade in Beziehungen aber essentiell. Nur so kann Dein Umfeld das Verhalten auch einordnen. Und man sollte auch nicht unterschätzen, wie wichtig es allein für andere ist, zu sehen, wie sehr man sich selbst bemüht, auch wenn es nicht immer klappt.

Genauso sollte man aber selber auch Verständnis für die anderen zeigen und nicht alle Dinge persönlich nehmen. Auch für sie ist es nicht immer einfach und man sollte sich gerade in kritischen Situationen immer wieder vor Augen führen, dass man geliebt wird und niemand einem etwas Böses möchte.

Wie kann man sich helfen?

Es gibt viele Bücher resp. Beziehungsratgeber mit Tipps, die für jedermann hilfreich sein können. Sie gelten genauso für ADHSler wie für nicht Betroffene. Denn das Sozialleben und Beziehungen stellt Herausforderungen für jedermann dar – für den einen mehr, für den anderen weniger. Und es gibt viele Möglichkeiten diesen zu begegnen, man muss oft nur den Mut aufbringen, diese auch umzusetzen! Oft können auch schon vermeintliche Kleinigkeiten einen großen Unterschied machen, nur sind uns diese häufig nicht bewusst.


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