SH_Boss_Befoerderung_Niederlage_800x533.jpgIhnen selbst werden vielleicht genauso wie mir, zahlreiche Fälle bekannt sein, wo erwachsene ADHS’ler große Schwierigkeiten in ihrem Berufsleben haben. Wahrscheinlich gilt dieses zumindest in gewissen Aspekten des Berufslebens für jeden Betroffenen, aber sicherlich auch für viele Nicht-Betroffene. Das heißt aber nicht, dass eine Karriere bzw. beruflicher Erfolg und ADHS sich ausschließen. Ganz im Gegenteil: Oftmals ist es sogar leichter mit ADHS beruflich erfolgreich zu sein, wenn man die eigenen Stärken gezielt einsetzt bzw. einzusetzen lernt. Denn diese sind bei ADHS’lern häufig stärker ausgeprägt als Stärken bei „normalen“ Erwachsenen.

Die Richtige Berufswahl

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So Kinder, um euch richtig und fair einzustufen muss jeder von euch die selbe Aufgabe absolvieren: Bitte klettert diesen Baum rauf.

Grundlage für einen beruflichen Erfolg als auch die damit verbundene Zufriedenheit ist die „richtige Berufswahl“. Aufgrund der bekannten Schwierigkeiten in gewissen Situationen und mit manchen Anforderungen kommt der Wahl bei ADHS’lern eine besondere Bedeutung zu. Dabei existiert aber kein ultimativer Beruf für ADHS’ler, wie es diesen auch nicht für Nicht-Betroffene gibt. Die Tätigkeit sollte sich sehr stark an den jeweiligen Interessen orientieren, damit die Motivation entsprechend hoch ist und über einen längeren Zeitraum auch hoch bleiben wird. Zudem sollte sie erlauben, die eigenen Schwächen kompensieren zu können. Bauen Sie auf ihren Stärken auf und dem, was Ihnen Freude bereitet!

Ist das „richtige“ Berufsbild gefunden und damit die Freude an der Tätigkeit geweckt und kommt dazu noch eine förderliche Umgebung, wächst so mancher ADHS’ler geradezu über sich hinaus. Die Einsatz- und Hilfsbereitschaft kennt nahezu keine Grenzen, wenn der Betroffenen von den Kollegen akzeptiert und geschätzt wird und sich zudem noch Erfolge einstellen. Aber Vorsicht: Manch einer geht dann auch bis an seine Leistungsgrenzen und darüber hinaus.

Mentalität „Geht nicht, gibts nicht“

ameiseAufgrund der oft überdurchschnittlich ausgeprägten Kreativität, Phantasie, Spontanität und Improvisationsfähigkeit sind Menschen mit ADHS häufig erfolgreich, wenn viele Ideen gefragt sind, die Umsetzung derselben aber von anderen Kollegen mit der dafür notwendigen Beharrlichkeit übernommen werden (kann). Die Probleme anderer sehen ADHS’ler oft nur als „Umstände“, auf die sie als kreative Problemlöser reagieren. Empfehlenswert erscheinen daher in Abhängigkeit von individuellen Neigungen Berufe im Bereich Marketing & Werbung, Journalismus, Hotellerie und Gastronomie, Eventbranche, Sport & Kultur, aber auch durchaus im technischen Bereich, wo es um Neu- und Weiterentwicklungen geht. Denn nach dem Motto „geht nicht, gibt’s nicht“ geht der ADHS’ler zu Werke, wo andere nur die Grenzen sehen.

Da ADHS’ler von ihrem Naturell her oft sehr sozial eingestellt sind und über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügen, fühlen sie sich auch in sozialen Berufen, im medizinischen Bereich oder bspw. als Anwalt gut aufgehoben und können dort ihre Stärken zur Geltung bringen.

Weniger geeignete Berufe

Weniger geeignet erscheinen Berufe ohne wechselnde Herausforderungen, mit vielen monotonen Tätigkeiten und nur wenig Bewegung in geistiger und körperlicher Hinsicht. Diese werden schnell zu Stressfaktoren genauso wie bspw. lange Sitzungen, in denen so manch einer dazu neigt, anderen ins Wort zu fallen, andere Meinungen sehr deutlich abzulehnen oder auch einfach nicht mehr zuzuhören. Da solch ein Verhalten dann schnell die Beziehung zu Arbeitskollegen und Geschäftspartnern belasten kann, sollte man diese Situationen soweit wie möglich vermeiden und im Bewusstsein darum entsprechende Strategien für nicht vermeidbare Situationen entwickeln.

Gleiches gilt für unabdingbare Aufgaben und Termine. Da wir verstärkt Gefahr laufen, uns ablenken zu lassen, Wichtigkeiten falsch einzuordnen und Dinge sowie Termine zu vergessen, gilt es diesem durch eine entsprechende Planung und Organisation zu begegnen. Glücklicherweise gibt es dafür in der heutigen Welt zahllose elektronische Möglichkeiten, die einen zu jeder Zeit und nahezu an jedem Ort rechtzeitig daran erinnern können. Ich muss diese Möglichkeiten dazu nur richtig nutzen!

Fazit

Ich denke, den meisten von uns sind die folgenden eher generellen Tipps für den Arbeitsalltag durchaus geläufig. Sie gelten auch nicht speziell für ADHS’ler, sondern sind für jedermann relevant. Allerdings können sie für uns von besonderer Bedeutung sein, damit wir unsere ADHS bedingten Schwächen besser kompensieren können. Darüber hinaus sollten die von mir unter ADHS & Studium aufgeführten „Allgemeine Tipps/Rahmenbedingungen“ zusätzlich berücksichtigt werden. Hier geht es zu den tipps für den Arbeitsalltag.freundschaft15